Der Westen von Bern umfasst mit Brünnen und Ausserholligen/Weyermannshaus zwei grosse Entwicklungsgebiete der Stadt Bern. Gemäss aktueller Planung sollen hier Wohnraum für bis zu 4'000 Personen und bis zu 7'000 neue Arbeitsplätze entstehen. Dieser dynamischen Entwicklung sind die beiden Trolleybuslinien, die dieses Gebiet heute erschliessen, nicht mehr gewachsen. Mit der Umstellung auf eine Tramerschliessung sowie flankierenden Massnahmen (bessere punktuelle Bus-Erschliessung) können die notwendigenÖV-Kapazitäten bereitgestellt werden.
Ein erstes Projekt haben die Stimmberechtigten des Kantons Bern im Mai 2004 ganz knapp abgelehnt. Nun liegt ein neues Projekt vor, das den Kritikpunkten Rechnung trägt. Es wurde von einer breit abgestützten Projektorganisation in einem partizipativen Prozess erarbeitet, in dem alle interessierten Kreise (Bevölkerung, Quartierorganisationen, Parteien, Gegner des ersten Projektes sowie Verbände und Wirtschaftsorganisationen) vertreten waren.
Die neue Linienführung folgt grösstenteils der heutigen Linienführung der beiden Trolleybuslinien 13 und 14. Die Tramlinie 14 wird bis zur S-Bahn Station Brünnen und dem Freizeit- und Einkaufszentrum WestSide verlängert. Das Stöckackerquartier wird direkt bedient und die aufwändige Querung des Weyermannshausviadukts entfällt. Für den motorisierten Individualverkehr wurden zusätzlicheÜberholmöglichkeiten geschaffen. Das neue Tramprojekt ist rund 20 Millionen billiger als das erste Projekt. Die geringeren Kosten sind zu einem Grossteil auf die geänderte Linienführung zurückzuführen.
Neben der Linienführung wurde auch die Frage nach dem geeignetsten Verkehrsmittel nochmals eingehend abgeklärt. Es hat sich gezeigt, dass der Einsatz von Doppelgelenkbussen zwar technisch möglich wäre. Allerdings weist die Tramvariante längerfristig deutliche Vorteile auf. Ein 42 Meter langes Tram kann mehr als doppelt so viele Passagiere befördern (170) wie ein normaler Gelenkbus (70) und rund 70 Prozent mehr als ein Doppelgelenkbus (100). Zudem ergeben sich Synergien mit dem bestehenden Tramnetz. Der Bund hat die Dringlichkeit des Projekts anerkannt und unterstützt es aus dem Infrastrukturfonds.
Der Kostenanteil des Kantons an den Infrastrukturkosten von Tram Bern West beträgt 52,75 Millionen Franken (Kostengenauigkeit +/-10 Prozent). Daran beteiligen sich die bernischen Gemeinden, wie bei allen andern Projekten desöffentlichen Verkehrs, gemäss kantonalem Finanzierungsschlüssel mit einem Drittel, d.h. mit 17,6 Millionen Franken. Die Nettoausgaben zu Lasten des Kantons, die in der Märzsession dem Grossen Rat beantragt werden, belaufen sich somit auf knapp 33,4 Millionen Franken. Die restlichen Kosten teilen sich die Stadt Bern (26 Millionen Franken aufgrund des Volksentscheids vom November 2006) und ihre Betriebe, in geringem Ausmass zudem der Kanton (Anpassung Kantonsstrassen im Umfang von 1 Million Franken) und Dritte.
Mediendokumentation
- Referat Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer, Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin (PDF 38 KB)
- Folien zum Referat (PPT 5003 KB)
- Referat Hans-Rudolf Saxer, Präsident der Regionalen Verkehrskonferenz Bern-Mittelland (PDF 18 KB)
- Folien zum Referat - Grafik Evaluation (PDF 181 KB)
- Folien zum Referat - Grafik Schwerpunkte (PDF 357 KB)
- Folien zum Referat - Grafik Netz (PDF 135 KB)
- Folien zum Referat - Grafik Abstimmung (PDF 154 KB)