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«Thun bietet ein vielfältiges Ökosystem für Hospitality-Bildung»

«Wir wollen die gesamte Hospitality-Bildungsreise anbieten, von der Schnupperlehre über das Studium bis zur Weiterbildung», sagt Raphaël Gaudart..

Hotelfachschule Thun

ROLF MARTI

Das Schulhotel Regina Interlaken zieht auf den Campusder Hotelfachschule Thun (HFT). Was bedeutet das für Lernende, Studierende und den Bildungsstandort Thun?
Im Gespräch: HFT-Schulleiter Raphaël Gaudart.. 

Herr Gaudart, was ist das Schulhotel Regina Interlaken?
Das Regina ist Berufsfachschule und überbetriebliches Kurszentrum zugleich. Unterrichtet werden Lernende, die eine berufliche Grundbildung in der Hotellerie absolvieren (siehe Kasten). Speziell am Regina: Der Unterricht erfolgt in Blockkursen..Die Lernenden sind jeweils für mehrere Wochen vor Ort und übernachten auch dort. Dieses Modell dient Lehrbetrieben aus der ganzen Schweiz, die starke saisonale Schwankungen haben. So können die Lernenden in Spitzenzeiten voll im Betrieb mitarbeiten und sich in schwächeren Zeiten der schulischen Ausbildung widmen.

Im Sommer 2026 wird das Schulhotel Regina geschlossen, die Lernenden werden künftig auf dem Campus der HTF beschult. Weshalb?
Der Umzug ist mehr als ein Standortwechsel. Mit der Verzahnung aller Bildungsstufen an einem Standort setzen wir auf Qualität, Durchlässigkeit und Zukunftsfähigkeit. In Thun, wo wir uns seit 39 Jahren in der höheren Berufsbildung und der Weiterbildung engagieren, verfügen wir über eine zeitgemässe Lernumgebung, ein Dreisternehotel, das auch zu Schulungszwecken dient, sowie attraktive Übernachtungsmöglichkeiten für Lernende und Studierende. Mehr noch: Dank der Nähe zum Viersternehotel Seepark und zum Kultur- und Kongresszentrum Thun können wir die ganze Vielfalt der Hotellerie real abbilden. Kurz: Thun bietet ein vielfältiges Ökosystem für Hospitality-Bildung.

Wie haben die Hotels im Grossraum Interlaken auf diesen Entscheid reagiert
Mit Bedauern, aber auch mit Verständnis. Einerseits geht in Interlaken eine etablierte Bildungsinstitution verloren, andererseits können wir in Thun ein attraktiveres Angebot machen. Das sehen auch die Betriebe. Für sie ist entscheidend, dass die Ausbildung im Berner Oberland und qualitativ hochstehend bleibt. Wir haben Branche und Behörden frühzeitig einbezogen und spüren viel Unterstützung. Künftig werden Lernende in der Grundbildung und Studierende der höheren Fachschule am selben Ort unterrichtet.

Welche Vorteile bringt das?
Dieser Schritt ist sowohl aus pädagogischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht attraktiv. Pädagogisch: Auf dem Campus werden sich Berufsleute aller Bildungsstufen begegnen. Es entsteht ein Ort, der junge Menschen für Bildung motiviert und ihnen zeigt, wie vielfältig die beruflichen Perspektiven in der Hotellerie sind. Wirtschaftlich: Wir können die Infrastruktur besser auslasten und Synergien in der Wissensvermittlung und der Administration nutzen. Kurz: Wir bündeln Ressourcen und Know-how. Im Schulhotel Regina waren in Spitzenzeiten bis zu 150 Lernende vor Ort, alle übernachteten dort.

Müssen Sie die Infrastruktur in Thun erweitern?
Mit Schulungsräumen sind wir gut dotiert. Wir werden aber kreativ planen müssen, um sie optimal zu nutzen … (lacht). Was die Übernachtungsmöglichkeiten betrifft: Da werden wir ausbauen. Was uns entlastet: Die Übernachtungspflicht wird es nicht mehr geben. Wer in der Region wohnt, kann künftig zu Hause schlafen.

Ein paar Zahlen: Welche Dimensionen hat das erweiterte
Bildungszentrum?
In der beruflichen Grundbildung rechnen wir mit rund 400 Lernenden, die über das Jahr hinweg am Standort Thun beschult werden, an der höheren Fachschule mit rund 150 Studierenden. Der Campus beschäftigt aktuell 130 Mitarbeitende und verfügt – zusammen mit unserem Hotel – über 99 Betten.

Was bedeutet die Zusammenführung für den Bildungsstandort Berner Oberland: Wird Thun zu einem Ausbildungszentrum von nationaler Bedeutung?
Das ist unser Anspruch. Wir wollen die gesamte Hospitality-Bildungsreise anbieten, von der Schnupperlehre über das Studium bis zur Weiterbildung. Dabei fokussieren wir auf den Schweizer Markt – im Gegensatz etwa zur EHL Hospitality Business School in Lausanne, die auch international ausstrahlt und grosse Anerkennung geniesst.

Blicken wir in die Zukunft. Wann werden Sie sagen: «Das ist ein Erfolg»?
Abgesehen von den wirtschaftlichen Kennzahlen: Erfolg ist, wenn wir junge Menschen für die Hotelbranche und die HFT begeistern, ihnen Perspektiven bieten, sie inspirieren und sie dank unserer Bildungsangebote ihren Karriereweg gehen. Kurz: Wenn sie mit Freude auf die Zeit bei uns zurückblicken.

Infobox

Im Schulhotel Regina werden die Berufe Fachfrau/mann Hotellerie-Hauswirt-
schaft EFZ, Praktiker/in Hotellerie-Hauswirtschaft EBA, Restaurantfachfrau/
mann EFZ, Restaurantangestellte/r EBA und Hotel-Kommunikationsfach-
frau/mann EFZ beschult. Ab Mitte Oktober 2026 zieht das Regina auf den
Campus der Hotelfachschule Thun.
Die Hotelfachschule Thun wurde 1987 gegründet und ist in der höheren
Berufsbildung (Studiengang Dipl. Hotelière-Gastronomin HF/Dipl. Hotelier-
Gastronom HF) und in der Weiterbildung (u. a. Nachdiplomstudium dipl. Ho-
telmanager/in NDS HF) tätig.

www.hfthun.ch

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