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«Schülerinnen und Schüler sollen Schreinerluft atmen»

«Alle Schülerinnen und Schüler fertigen ein einfaches Würfelspiel», sagt Manfred Salzmann.

Rendez-vous Job

Rolf Marti

Vom 11. bis 14. März stellen sich über 70 meist gewerbliche Berufe in 30 überbetrieblichen Kurszentren* vor. Die Aktion richtet sich primär an Volksschulen. Am Samstag stehen die Türen den Familien offen. Die Schreinerbranche macht zum fünften Mal mit. Weshalb, erklärt Manfred Salzmann vom Ausbildungszentrum Lyss.

Herr Salzmann, was ist «Rendez-vous Job»?
Rendez-vous Job ist eine Aktion zur beruflichen Orientierung. Sie richtet sich an Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klasse, will aber auch Eltern und Lehrpersonen erreichen. Während mehrerer Tage öffnen rund 30 überbetriebliche Kurszentren im ganzen Kanton Bern ihre Türen und ermöglichen so Einblicke in rund 70 mehrheitlich handwerkliche Berufe. Das Erlebnis steht im Vordergrund: In den meisten Zentren können die Schülerinnen und Schüler etwas herstellen oder konstruieren.

Was muss man tun, um an der Aktion teilzunehmen?
Unter der Woche sind alle Plätze den Schulen vorbehalten. Sie wurden frühzeitig informiert und konnten sich anmelden. Am Samstag stehen die Zentren Eltern und ihren Kindern offen, der Besuch ist ohne Anmeldung möglich.

Weshalb nimmt die Schreinerbranche an dieser Aktion teil?
«Rendez-vous Job» ist eine ideale Plattform für das Berufsmarketing. Wir können jungen Menschen vermitteln, was den Schreinerberuf ausmacht – im direkten Austausch und im Massstab 1:1. Zudem können wir Eltern und Lehrpersonen aufzeigen, welche vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten die Branche jungen Menschen bietet, und so Vorurteile abbauen.

Was erleben die Besucherinnen und Besucher im überbetrieblichen Kurszentrum in Lyss?
Es gibt wenig Theorie und ganz viel Praxis. Die Schülerinnen und Schüler sollen während ihres zweistündigen Besuchs Schreinerluft atmen. Sie erhalten ein paar Informationen zum Beruf und zu den Sicherheitsvorkehrungen in der Werkstatt, dann heisst es: sägen, bohren, hobeln, schleifen und programmieren – denn auch CNC-Maschinen werden eingesetzt. Wir wollen möglichst viele Facetten des Berufs aufzeigen. Alle Schülerinnen und Schüler fertigen ein einfaches Würfelspiel.

Wird am Samstag, wenn die Eltern dabei sind, dasselbe Programm angeboten?
Für die Schülerinnen und Schüler ja. Es sind aber mehr Berufsleute vor Ort, um mit den Eltern ins Gespräch zu kommen und ihre Fragen zu beantworten.

Die Schreinerbranche betreibt im Kanton Bern drei überbetriebliche Zentren – in Lyss, Langnau und Langenthal. Bieten sie identische Einblicke?
Wir haben für alle Zentren ein einheitliches Programm entwickelt. Einen Unterschied gibt es: In Langnau und in Langenthal sind an allen Veranstaltungstagen Lernende vor Ort. Das ist in Lyss nur am Freitagvormittag und am Samstag möglich.

Welche Rolle übernehmen die Lernenden?
Sie führen die Schülerinnen und Schüler durch die Zentren und leiten sie teilweise bei Arbeiten an. Der geringe Altersunterschied soll es den Schülerinnen und Schülern erleichtern, ungezwungen Fragen zu stellen.

Was ist der Vorteil, wenn sich – wie bei «Rendez-vous Job» – so viele handwerkliche Berufe gemeinsam präsentieren?
Zusammen können wir Schulen und Familien ein attraktives Angebot machen und dem Handwerk mehr Sichtbarkeit verschaffen. Davon profitieren alle Berufe – auch wenn wir bei der Nachwuchssuche in Konkurrenz stehen.

An welchen Kriterien messen sie den Erfolg der Aktion?
Sind unsere Zentren gut besucht, ist das ein Erfolg. Unsere Branche nimmt zum fünften Mal teil. Wir stellen fest: Die Zahl der Besucherinnen und Besucher steigt von Jahr zu Jahr. Letztlich wollen wir aber künftige Lernende gewinnen. Rückmeldungen von Betrieben zeigen, dass «Rendez-vous Job» wirkt. Ein weiterer Aspekt: In Lyss arbeiten wir mit den Zimmerleuten zusammen, die hier ebenfalls ein Ausbildungszentrum betreiben. So können wir gemeinsam das Holzgewerbe in der Region positionieren.

*) In den meisten Lehrberufen erfolgt ein Teil der Ausbildung in überbetrieblichen Kurszentren. Die überbetrieblichen Kurse ergänzen die praktische Bildung im Lehrbetrieb.

Infobox

Samstag für Familien geöffnet
Am Samstag, 14. März 2026, öffnen die überbetrieblichen Kurszentren ihre Türen für Familien. Über 70 gewerbliche Berufe warten darauf, entdeckt zu werden. Der Besuch ist ohne Anmeldung möglich. Die Aktion wird von Berner KMU koordiniert und von Bildung Bern und dem Kanton Bern unterstützt. Informationen zu Standorten und Öffnungszeiten: www.rendez-vous-job.ch

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Jeden Samstag erscheint im Stellen-Markt der Tageszeitungen Berner Zeitung BZ, Der Bund, Berner Oberländer, Thuner Tagblatt, Bieler Tagblatt und Langenthaler Tagblatt ein Artikel zu einem aktuellen Thema.

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