Von Kühlketten für Medikamente bis zu Lieferungen für Truppen und Sportanlässe: Die Logistik der Armeeapotheke ist vielseitig und anspruchsvoll. Der Berufsbildner Patrick Zumstein und der Lernende Loan Luder geben Einblick in die Ausbildung als Logistiker EFZ – eine von zahlreichen Lehrstellen der Bundesverwaltung.
Kathrin Kiener

Patrick Zumstein: Was macht die Ausbildung als Logistiker/-in EFZ bei der Armeeapotheke besonders?
Unsere Lernenden erhalten Einblick in eine anspruchsvolle Logistik. Im Unterschied zu gewöhnlichen Gütern müssen bei pharmazeutischen Produkten Temperaturvorgaben und Kühlketten regelmässig kontrolliert werden. Die Lernenden helfen mit, Material für Truppen, medizinische Zentren oder grosse Sportanlässe bereitzustellen und auszuliefern. Dabei lernen sie komplexe Logistikprozesse kennen und arbeiten mit Partnern aus der ganzen Schweiz zusammen.
Loan Luder: Warum haben Sie sich für eine Lehre als Logistiker entschieden?
Nach einem Austauschjahr in England begann ich relativ spät mit der Lehrstellensuche und stiess eher zufällig auf die offene Stelle bei der Armeeapotheke. Damals wusste ich noch nicht genau, was ein Logistiker macht. Der Schnuppertag gab mir jedoch einen guten Einblick und ich merkte schnell, dass mir die Arbeit gefällt. Besonders angesprochen hat mich die Kombination aus körperlicher Tätigkeit und administrativen Aufgaben.
Patrick Zumstein: Wie begleiten Sie die Lernenden während ihrer Ausbildung?
Der enge Austausch mit den Lernenden ist ein wichtiger Teil meiner Arbeit. Ich begleite sie im Arbeitsalltag, unterstütze sie im Betrieb und stehe auch in Kontakt mit der Berufsfachschule. Zudem bereiten wir gemeinsam praktische Übungen oder das Qualifikationsverfahren vor. Wichtig ist mir, dass sich die Lernenden fachlich und persönlich weiterentwickeln können. Da ich selbst meine Lehre hier absolviert habe, gebe ich mein Wissen und meine Erfahrungen gerne weiter.
Loan Luder: Die Lehre verbindet körperliche und administrative Arbeiten. Was gefällt Ihnen an dieser Mischung besonders?
Vor allem die Abwechslung. Ich war beispielsweise mehrere Monate im Warenausgang tätig. Dort holte ich Paletten ab, bereitete Lieferungen für den Versand vor, erstellte Lieferscheine und sorgte dafür, dass das Material zur richtigen Zeit am richtigen Ort ankommt. Morgens war ich oft im Lager unterwegs, später arbeitete ich am Computer. Die Zeit verging jeweils wie im Flug.
Patrick Zumstein: Welche Aufgaben übernehmen Logistik-Lernende bei der Armeeapotheke?
Unsere Logistik umfasst vier Bereiche: Wareneingang, Kommissionierung, Warenausgang sowie Retouren. Die Lernenden werden in allen Bereichen eingesetzt und erhalten dadurch einen umfassenden Einblick in die Abläufe. Zu Beginn werden sie eng begleitet, später planen sie ihren Arbeitsalltag zunehmend selbstständig. Diese Rotation macht sie zu Allroundern und bringt sie mit allen wichtigen Prozessen in Berührung.
Loan Luder: Was hätten Sie vor Lehrbeginn von Ihrer Ausbildung nicht erwartet?
Am meisten überrascht hat mich, wie viel Verantwortung ich von Anfang an übernehmen durfte. Im Team werde ich ernst genommen und als Fachperson eingesetzt. Gleichzeitig wurde mir erst während der Ausbildung bewusst, wie komplex die Logistik der Armee ist. Der Warenfluss erstreckt sich über die ganze Schweiz und ist sehr gut organisiert. Besonders beeindruckt mich, wie schnell Material beispielsweise von Bern ins Tessin gelangt.
Wie geht es bei Ihnen nach der Lehre weiter?
Mein Ziel ist es, Kampfjetpilot zu werden. Nach der Lehre absolviere ich die Berufsmaturität und anschliessend den Selektionsprozess für die Ausbildung zum Militärpiloten. Die Fliegerei begeistert mich seit meiner Kindheit und als Segelflugpilot konnte ich bereits erste Erfahrungen sammeln. Aus der Lehre nehme ich zudem wichtige Kompetenzen mit – etwa Teamfähigkeit, Organisationstalent und den Umgang mit unterschiedlichen Menschen. Diese Fähigkeiten helfen nicht nur im Berufsalltag, sondern auch auf dem Weg zum Piloten.
Infobox
Die Lehre als Logistikerin/Logistiker EFZ dauert drei Jahre. Sie wird in den Fachrichtungen Lager und Distribution angeboten. Die Bundesverwaltung bietet Logistik-Lehrstellen bei der Armeeapotheke, beim Bundesamt für Bauten und Logistik sowie beim Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten an. Lernende erhalten sieben Wochen Ferien. Voraussetzungen für die Logistik-Lehre sind der Abschluss der obligatorischen Schulzeit sowie praktisches Verständnis, handwerkliches Geschick, Organisationstalent, Zuverlässigkeit und Kontaktfreude.
lehre.admin.ch
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