
Swiss Mobility
Peter Brand
Vanessa Vögtli kommt aus Lugano und absolvierte dort eine Ausbildung als Kosmetikerin EFZ. Nach der Lehre profitiert sie von einem Praktikum im Kosmetikinstitut von Ursula Diwa in Bern. Im Gespräch lassen die beiden Berufsfrauen den sechsmonatigen Einsatz Revue passieren.
Frau Vögtli, Sie sind gelernte Kosmetikerin und nehmen als junge Berufsfrau an einem Austauschprogramm in der Deutschschweiz teil. Was motivierte Sie dazu?
Ich wollte nach der Lehre meine beruflichen Fähigkeiten verbessern und meine Deutschkenntnisse erweitern. In der Deutschschweiz zu arbeiten, ist für mich eine gute Möglichkeit, mich persönlich und beruflich weiterzuentwickeln. Ausserdem bin ich neugierig, andere Arbeitsweisen und einen anderen Umgang mit Kundinnen und Kunden kennenzulernen.
Im Rahmen dieses Austausches arbeiten Sie im Berner Kosmetikinstitut Maison Diwa Le Petit Spa. Wie gefällt es Ihnen hier?
Ich fühle mich sehr wohl. Es ist genau das Umfeld, das ich gesucht habe. Das Studio ist äusserst einladend und bis ins Detail gepflegt. Besonders gefällt mir, dass man hier dank der zarten Düfte, des gedämpften Lichts und der ruhigen Atmosphäre vollkommen entspannen kann. Auch das Team ist überaus freundlich: Meine Kolleginnen und meine Vorgesetzte haben mich von Anfang an herzlich aufgenommen und unterstützt.
Welches sind Ihre Aufgaben? Lernen Sie auch neue Tätigkeiten kennen?
Ich führe kosmetische Behandlungen aller Art durch. Was ich nicht mache, sind Kundengespräche am Telefon und Verkaufsgespräche. Dazu fehlen mir noch etwas die Deutschkenntnisse. Dieses halbe Jahr ist für mich eine sehr lehrreiche Erfahrung. Ich lerne neue Arbeitsmethoden und Behandlungstechniken kennenlernen. Dadurch kann ich meine praktischen Fähigkeiten verbessern und mehr Sicherheit im Umgang mit der Kundschaft gewinnen.
Wie geht es nach dem Praktikum für Sie beruflich weiter?
Glücklicherweise kann ich noch ein wenig weiterarbeiten bei Frau Diwa. Mein Beruf gefällt mir. Ich möchte auf jeden Fall im kosmetischen Bereich bleiben, mich weiterbilden und in Zukunft mehr Verantwortung übernehmen.
Frau Diwa, was motivierte Sie als Geschäftsinhaberin, bei diesem Austauschprogramm mitzumachen?
Als ich die Anfrage erhielt, kannte ich das Programm nicht und wollte die Mail aus einem Alltagsreflex heraus bereits löschen. Irgendetwas hielt mich davon ab. Als ich den Text dann las, begann mich die Idee des Austauschs zu faszinieren. Mich überzeugte, dass es um ausgelernte Berufsleute geht, die im Betrieb bereits vielseitig einsetzbar sind. Sie können Neues lernen und gleichzeitig kann ich ihnen helfen, im Beruf Fuss zu fassen, ihr Wissen anzuwenden und zu vertiefen.
Wie läuft das Praktikum von Frau Vögtli?
Vanessa ist eine Bereicherung für mich und mein Team. Sie ist eine ausgezeichnete Kosmetikerin und eine wunderbare Person, die eine gute Erziehung genossen hat. Sie arbeitet selbstständig, denkt voraus und ist vielseitig einsetzbar. Ich bin so zufrieden mit ihr, dass ich ihr nach dem Praktikum eine Festanstellung angeboten habe. Sie ist jung und hat mutig ihren Alltag verlassen. Mir gefällt, wenn jemand weitergeht und Neues probiert. Ich kann dieses Austauschprogramm nur weiterempfehlen.
In welchen Bereichen können Sie Frau Vögtli bereits als Berufsfrau einsetzen?
Ob Gesichtspflege, Maniküre, Pediküre oder Enthaarung: Ich kann Vanessa in allen Arbeitsbereichen einsetzen. Ich erhalte sehr viele gute Feedbacks der Kundschaft. Einzig in der Massage muss sie noch dazulernen.
Sie sind des Lobes voll. Was gäbe es allenfalls noch zu verbessern?
Ich fände es gut, wenn Vanessa ihre Deutschkenntnisse weiter verbessern könnte. Schön wäre es auch, wenn es ihr noch besser gelingen würde, sich hier in Bern zu integrieren. Wer in eine andere Stadt kommt, kennt zuerst niemanden. Im Betrieb trifft man Menschen, kann sich austauschen und ist dadurch sozial aufgehoben. Im Privatleben hingegen ist es schwierig, gleiche Interessen und Gleichaltrige kennen zu lernen. Ich finde, dass die jungen Berufsleute bei der sozialen Integration besser unterstützt werden sollten.
Infobox
Swiss Mobility
Das Austauschprogramm Swiss Mobility ermöglicht frisch diplomierten Berufsleuten ein Praktikum in einer anderen Sprachregion. Das Programm wurde 2016 von den Kantonen Tessin und Luzern lanciert. Heute beteiligen sich auch die Kantone Bern, Freiburg, Jura und Wallis daran. Bisher haben rund 80 junge Berufsleute ein Praktikum absolviert. Swiss Mobility wird von Movetia unterstützt.
Mehr: www.movetia.ch
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