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Förderschwerpunkt Betriebliche Bildung - «Ziel ist, die Ausbildungsqualität zu stärken»

Der neue Förderschwerpunkt Betriebliche Bildung soll die Ausbildungsqualität in den Lehrbetrieben stärken und mehr Unternehmen für die Ausbildung von Jugendlichen gewinnen. Gerda Lüthi, Projektverantwortliche beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), erklärt, warum es den Förderschwerpunkt braucht und welche Rolle Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt dabei spielen.

Kathrin Kiener

«Lernende sollen positive Erfahrungen in der Arbeitswelt machen können», sagt Gerda Lüthi.

Was ist der Förderschwerpunkt Betriebliche Bildung – und was soll damit erreicht werden?
Der Förderschwerpunkt wurde 2025 am nationalen Spitzentreffen der Berufsbildung verabschiedet. Ziel ist, die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen und die Ausbildungsqualität in den Lehrbetrieben zu stärken. Das SBFI stellt dafür Wissen zur Verfügung, fördert Austausch und Vernetzung und unterstützt Projekte finanziell. Bis Ende 2028 stehen drei Millionen Franken bereit.

Eine hohe Ausbildungsqualität im Lehrbetrieb ist entscheidend für den Erfolg der Berufsbildung. Wo besteht Handlungsbedarf?
Viele Betriebe bieten bereits heute spannende und gut begleitete Lehrstellen an. Gleichzeitig gibt es in der betrieblichen Ausbildung noch Potenzial. Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass Lernende positive Erfahrungen in der Arbeitswelt machen. Das ist auch für die Betriebe wichtig, denn sie sind auf Nachwuchskräfte angewiesen. Deshalb wollen wir genauer ermitteln, wie die Ausbildungsqualität weiter verbessert werden kann.

Was soll sich durch den Förderschwerpunkt für die Lehrbetriebe verbessern?
Wir wollen die Lehrbetriebe bei der Ausbildung unterstützen und den Berufsbildenden den Alltag erleichtern. Von ihnen hören wir zum Beispiel, dass sie im Umgang mit Jugendlichen nicht auf alle Situationen vorbereitet sind – etwa bei fehlenden Grundkompetenzen oder psychischen Problemen. Hier können externe Angebote und Weiterbildungen helfen, ebenso der Erfahrungsaustausch mit anderen Berufsbildenden.

Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt setzen den Förderschwerpunkt gemeinsam um. Wie arbeiten sie dabei zusammen?
Die Zusammenarbeit begann bereits bei der Vorbereitung. In Workshops wurde gemeinsam ermittelt, wo Verbesserungen möglich sind. In der Umsetzung gibt das SBFI den Anstoss, stellt Wissen und Austauschmöglichkeiten zur Verfügung und unterstützt Projekte finanziell. Die Kantone und Verbände entwickeln die Projekte und bringen weiteren Bedarf ein – sie sind nah an den Lehrbetrieben und Lernenden.

Welchen Beitrag kann der Förderschwerpunkt leisten, damit mehr Unternehmen Lehrstellen anbieten?
Wir wollen herausfinden, was Unternehmen davon abhält, auszubilden, und gemeinsam nach Lösungen suchen. Ein Beispiel sind Lehrbetriebsverbünde: Gerade über Kantonsgrenzen hinweg gibt es Hürden, etwa aufgrund unterschiedlicher Vorgaben. Wenn wir solche Hindernisse abbauen können, wird es einfacher, entsprechende Lehrstellen anzubieten. Gleichzeitig wollen wir Unterstützungsmöglichkeiten bekannter machen und mit den Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt weitere Möglichkeiten zur Förderung von Lehrstellen entwickeln.

Von der Weiterbildung der Berufsbildenden bis zur Begleitung von Jugendlichen: Welche Projekte sollen besonders gefördert werden?
Unsere vier Schwerpunkte sind nicht in Stein gemeisselt. Wir sind jedoch überzeugt, dass sich damit wichtige Bereiche abdecken lassen: die Lehraufsicht, die Weiterbildung der Berufsbildenden, die Begleitung von Jugendlichen und die Rahmenbedingungen für Lehrbetriebe. Gleichzeitig sind wir offen für neue Themen.

Für den Förderschwerpunkt stehen drei Millionen Franken zur Verfügung. Wie soll dieses Geld eingesetzt werden, damit es möglichst viel bewirkt?
Die Gelder sollen vor allem in praxisnahe Projekte fliessen, die auf Initiative von Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt entstehen. Wichtig ist, dass sie ein hohes Nachahmungspotenzial haben und anderen als Vorbild dienen. Deshalb sollen Wissen und Erfahrungen aus den Projekten allen Interessierten zugänglich gemacht werden. Unsere Erfahrung zeigt, dass dieser Austausch besonders wertvoll ist.

Infobox

Mit dem Förderschwerpunkt «Betriebliche Bildung» stärkt das SBFI von 2026 bis 2028 die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen und die Ausbildungsqualität in den Lehrbetrieben. Der Förderschwerpunkt ist Teil der Roadmap «Attraktivität der Berufsbildung». Die Verbundpartner der Berufsbildung haben ihn am nationalen Spitzentreffen der Berufsbildung im November 2025 verabschiedet. Der Förderschwerpunkt unterstützt Kantone und Organisationen der Arbeitswelt dabei, die betriebliche Bildung attraktiver zu gestalten. Insgesamt stehen dafür 3 Millionen Franken zur Verfügung.
www.sbfi.admin.ch

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