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«Dank Integra bin ich ein Jahr früher auf dem Arbeitsmarkt»

«Es braucht Motivation, Durchhaltevermögen, gute Organisation», sagt David Lienberger zur Integra-Ausbildung.

Integra – komprimierte Informatikausbildung

Berufslehre, Berufsmatur, Bachelorstudium: Informatikstudent David Lienberger durchläuft dieses Programm in nur sieben Jahren. Möglich macht dies der Integra-Lehrgang der gibb Berufsfachschule Bern und der Berner Fachhochschule. 

Rolf Marti

David Lienberger, Integra richtet sich an Informatiklernende mit Fachrichtung Applikationsentwicklung. Was zeichnet diesen Bildungsweg aus?
Der Integra-Lehrgang ermöglicht es, die berufliche Grundbildung, die Berufsmaturität und den Bachelor an der Fachhochschule in nur sieben Jahren abzuschliessen. Der Weg von der Lehre bis zum Fachhochschulabschluss verkürzt sich damit um ein Jahr. Die gesamte Ausbildung wird berufsbegleitend absolviert. Theorie und Praxis sind also eng verzahnt.

Wie ist der Lehrgang aufgebaut? Welche Meilensteine gibt es?
Die Lehre dauert – wie in der Informatikgrundbildung üblich – vier Jahre, die Berufsmaturität wird parallel dazu absolviert. Speziell an Integra ist, dass man im zweiten Lehrjahr den Stoff von zwei Berufsmaturitätsjahren erarbeitet. So kann man bereits nach dem dritten Lehrjahr die Berufsmaturität ablegen. Ausserdem erarbeitet man im dritten Lehrjahr die Lerninhalte aus zwei Berufsschuljahren gleichzeitig und mehrheitlich im Selbststudium. Das schafft Spielraum, um im vierten Lehrjahr mit dem Studium an der BFH zu beginnen. Parallel dazu schliesst man mit der Individuellen Praktischen Arbeit die Lehre ab und erlangt das eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ).

Wo stehen Sie aktuell auf dem Weg zum Bachelor?
Zurzeit absolviere ich das dritte von acht Semestern an der Berner Fachhochschule. Parallel arbeite ich in einem Pensum von 70 Prozent bei der SBB, wo ich bereits die Lehre gemacht habe.

Klingt nach einem anspruchsvollen Programm. Was motiviert Sie, diesen Weg zu gehen?
Ich mag Herausforderungen. Und: Dank Integra bin ich ein Jahr früher auf dem Arbeitsmarkt. Das ist ein Anreiz.

Wie gehen Sie mit der grossen Belastung um?
Ich verbringe bewusst Zeit mit Menschen, die mir wichtig sind, mache Krafttraining, fahre Rennvelo und gehe im Winter auf die Piste. Das schafft einen Ausgleich. Zudem habe ich gelernt, mich gut zu organisieren und meine Zeit effizient zu nutzen. Gute Planung reduziert den Stress. Schliesslich arbeite ich bei der SBB an spannenden Projekten. Das motiviert.

Sind Sie nie an Grenzen gestossen?
Das zweite Lehrjahr mit der hohen Belastung durch die Berufsmaturität und das vierte Lehrjahr mit der Abschlussarbeit: Das waren intensive Phasen. Aber auch diese gingen vorüber. Abbrechen war nie wirklich eine Option – ich sagte mir, wenn ich es bis hierher geschafft habe, bringe ich es auch zu Ende.

Welche Voraussetzungen sollte man für den Integra-Lehrgang mitbringen?
Es braucht Motivation, Durchhaltevermögen, gute Organisation. Zudem sollte man ein Ziel vor Augen haben und den Ehrgeiz, dieses zu erreichen.

Der Lehrgang wird durchgehend berufsbegleitend absolviert. Wie wichtig ist diese Praxisnähe für Sie?
Sehr wichtig. Ich lerne, indem ich die Theorie anwende. Das ist im Integra-Lehrgang in allen Phasen gewährleistet.

Wie hat Sie Ihr Arbeitgeber unterstützt?
Die SBB ist Teil des Projekts Integra und unterstützt mich grosszügig. So habe ich im Vorfeld des Qualifikationsverfahrens zusätzliche Lerntage zugeteilt erhalten. Zudem übernimmt die SBB einen Teil der Studiengebühren für die Fachhochschule.

Läuft alles nach Plan, schliessen Sie Ihr Studium 2028 ab. Welche Pläne haben Sie für danach?
Ich werde zuerst den Zivil- oder den Militärdienst leisten und dann reisen. Beruflich möchte ich weiterhin als Softwareentwickler arbeiten. Längerfristig kann ich mir einen Master an einer Universität oder an der ETH vorstellen, in Informatik, maschineller Intelligenz oder einem ähnlichen Gebiet – je nachdem, wohin sich meine Interessen entwickeln.  

Infobox

Evaluation Integra-Lehrgang

Eine Evaluation der Fachhochschule Nordwestschweiz zeigt: Die meisten Integra-Absolvierenden sind stolz darauf, diesen anspruchsvollen Weg zu gehen. Sie empfinden ihn aber als herausfordernd. Einige berichten von Freizeitverzicht, sozialem Rückzug oder Prokrastination.

www.fhnw.ch (Suchbegriff integra).

 

Mehr zum Integra-Lehrgang unter:

www.gibb.ch (Suchbegriffe: integra).

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